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Bewegung im Alltag

Tipps für dein tägliches Pensum an Bewegung

icon-tippAktiv im Alltag

Wenn Du beim Thema „Bewegung im Alltag“ denkst, „geht mich nichts an, ich gehe doch gelegentlich ins Fitnessstudie“, dann unterschätzt Du den Einfluss unseres alltäglichen Bewegungspensums und überschätzt die Wirkung von Sport. Denn wenn Du stundenlang in Hörsälen und anschließend am Schreibtisch hockst, dann reicht gelegentlicher Sport nicht aus, um langfristig fit und gesund zu bleiben.

Der US-amerikanische Forscher James Levine hat für Bewegungen im Alltag den NEAT-Faktor formuliert [1], der steht für „Non-Exercise Activity Thermogenesis“. Es geht dabei um jede Form von alltäglicher Bewegung, die Kalorien, also Energie verbraucht, und bei der es sich nicht um Essen, Schlafen oder sportähnliche Aktivitäten handelt. Das können so triviale Tätigkeiten sein wie ein Fußmarsch zur Uni, Putzen oder Wäsche aufhängen. Klar, auf dem Sofa abhängen und Serien schauen, verbraucht auch Energie, dabei handelt es sich aber um den Grundumsatz, der immer anfällt, auch wenn wir schlafen. Der Grundumsatz hält uns zwar am Leben, aber erst durch NEAT bleiben wir gesund.

Durch Bewegungsmangel häufen sich Herz-Kreislauferkrankungen, Rückenprobleme und Übergewicht. Was der Mensch braucht ist ein tägliches Pensum an Bewegung. Und das muss nicht immer Sport sein. Eine deutliche Erhöhung des individuellen NEAT Faktors könnte Betroffenen sogar gegen Übergewicht helfen. [2]


Letzte Aktualisierung am: 28.02.2019
Autoren: Marc Tensil, Fabian Leuschner (delphi)

Quellenangaben


[1] Levine, J. A. (2002). Non-exercise activity thermogenesis (NEAT). Best Practice & Research Clinical Endocrinology and Metabolism, 16(4), 679-702. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12468415

[2] Levine J.A.; Vander Weg M. W., Hill J. O., Klesges R. C. 2006. Non-exercise Activity Thermogenesis. The Crouching Tiger Hidden Dragon of Societal Weight Gain. Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology. 2006;26:729-736. doi.org/10.1161/01.ATV.0000205848.83210.73

Viele Menschen unterschätzen den Effekt von alltäglicher Bewegung (kurz: NEAT für Non-Exercise Activity Thermogenesis) auf den täglichen Energieverbrauch und überschätzen den Effekt durch Sport. Die Abbildung veranschaulicht den Anteil, den NEAT am Gesamtenergieumsatz (engl. total daily energy expenditure, TDEE) hat. [1] Den höchsten Anteil hat der Grundumsatz (BMR). Die Verarbeitung von Nahrung verbraucht ebenfalls Energie (TEF). Der Anteil vom Sport am Tagesumsatz (EAT) ist hingegen der geringste Anteil und wesentlich kleiner als NEAT.

Nutze also die Chancen, die Dein Alltag an Bewegungsmöglichkeiten bereithält. Du musst nicht sofort alles im Laufschritt erledigen. Das Ziel ist es vielmehr, dauerhaft mehr Bewegung in den Alltag zu bringen.

 

Wenn Du ein paar der folgenden Tipps berücksichtigst, bist Du auf dem richtigen Weg:

  • ÖPNV-Challenge: Wenn Du mit Bus, Bahn & Co. fährst, kannst Du versuchen, ein paar Stationen zu stehen, ohne Dich festzuhalten. Das fordert deine Haltemuskulatur. Aber passe auf, dass Du Dich im Falle des Falles schnell festhalten kannst.
     
  • Fahrradfahren: Mit dem Fahrrad zur Uni oder zur Arbeit zu fahren, ist nicht nur günstig und umweltfreundlich, auf kurzen und mittellangen Distanzen ist das Fahrrad meist auch schneller! Nebenbei ist es ein Kraft- und Ausdauertraining, bei dem man gut den Kopf frei bekommt.
     
  • Zu Fuß gehen: Versuche, mehr zu Fuß zu gehen. Das kann beim Einkaufen sein oder wenn Du Dich mit Freunden triffst. Es muss nicht immer das Café, die Kneipe oder der Biergarten sein. Ihr könntet euch während eines Spaziergangs unterhalten oder im Park Frisbee spielen oder ähnliches.  Wenn Du mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Uni fährst, kannst Du zusätzlich einen Fußmarsch einplanen, indem Du eine oder zwei Stationen vorher aussteigst und den Rest zu Fuß zurücklegst.
     
  • Treppensteigen: Lass den Fahrstuhl oder die Rolltreppe links liegen und nehme leichten Schrittes die Treppe. Und wer sagt, dass man auf Rolltreppen stehen bleiben muss?
     
  • Im Stehen lernen: Beim Lernen wird viel Zeit im Sitzen verbracht. Du kannst zumindest einen Teil der Zeit auch im Stehen verbringen z. B. an einem Stehpult. Oder Du heftest Lernunterlagen an die Wand. Dann kannst Du beim Lernen ein wenig auf und ab gehen.
     
  • Öfter aufstehen: Wenn Du beim Lernen viel sitzt, stehe alle halbe Stunde auf und bewege Dich ein wenig. Ein paar Lockerungsübungen bei denen Du deine Schultern und Arme kreisen lässt, tun ebenfalls gut.
     
  • Hausarbeit: Es klingt nicht sonderlich sexy, aber Putzen, Aufräumen und andere Hausarbeiten sind gute Möglichkeiten, das Bewegungspensum zu erhöhen und nebenbei auch noch für Ordnung zu sorgen. Schalte deine Lieblingsmusik dazu ein, dann geht alles leichter von der Hand.
     
  • Zähle deine Schritte: Ein Schrittzähler oder Fitness-Tracker vermittelt dir einen objektiven Überblick über dein tatsächliches tägliches Bewegungspensum. Bei vielen Fitness-Trackern hast Du auch die Möglichkeit, ein tägliches Ziel einzustellen und Dich erinnern zu lassen, wenn es Zeit ist, den Allerwertesten mal wieder hoch zu kriegen. In der Regel werden etwa 10.000 Schritte am Tag als optimales Ziel empfohlen. [2]

Letzte Aktualisierung am: 05.03.2019
Autoren: Marc Tensil, Fabian Leuschner (delphi)

Quellenangaben


[1] Trexler, E. T., Smith-Ryan, A. E. & Norton, L. E. (2014). Metabolic adaptation to weight loss: implications for the athlete. Journal of the International Society of Sports Nutrition, 11:7. https://jissn.biomedcentral.com/articles/10.1186/1550-2783-11-7

[2] Tudor-Locke et al. (2011). How many steps/day are enough? for adults. International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity 8:79. ijbnpa.biomedcentral.com/articles/10.1186/1479-5868-8-79

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Letzte Aktualisierung am: 17.09.2019

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